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Bild zur Folge „Liquid Democracy“

Folge 275

Liquid Democracy

Dauer: 45 Min.

Liquid Democracy, ein gemeinnütziger Verein, der sich der digitalen Bürger:innenbeteiligung verschrieben hat und seine Software kostenlos allen deutschen Kommunen zur Verfügung stellt.

Was alles dahinter steckt, bespreche ich mit Laura Giese und Maria Lederer.

Kommentare unter: https://egovernment-podcast.com/egov275-liquid-democracy/

oder beim Amtsfunk https://amtsfunk.communex.app/group/12116

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Laura Giesen
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Maria Lederer

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Transkript anzeigen

Ja, hallo und herzlich willkommen beim E-Gammer-Met-Podcast. Ich bin Thorsten Frenzel und ich habe heute wieder zwei Gäste in meinem virtuellen Studio. Hallo Laura, hallo Maria.
Hallo.
Hi.
Ja, bevor es losgeht, lasse ich euch einfach mal ganz kurz vorstellen. Maria, magst du anfangen?
Ich kann gerne anfangen. Hi, ich bin Maria Lederer. Ich bin ehrenamtliche Vorständin von Liquid Democracy hier in Berlin, ein gemeinnütziger Verein und auch schon seit über fünf Jahren jetzt mittlerweile in der Organisation. Ich komme ursprünglich so ein bisschen aus dem Bereich Kommunikation, politische Kommunikation und genau habe auch bei Liquid Democracy eher Kommunikation und Projektmanagement gemacht, jetzt auch noch Projektleitung und genau, mich hat vor allem ein bisschen die Frage gecatcht, wie können wir uns für unsere Demokratie einsetzen, und genau, ich wollte gerne, in der Arbeit ein bisschen mehr mich mit gesellschaftlichen und politisch relevanten Fragen beschäftigen. Das hat mich zu Liquid verschlagen und ich freue mich, dass wir heute zu Besuch sein dürfen.
Ja, schön, dass du da bist. Und Laura, vielleicht magst du nochmal ganz kurz was zu dir sagen.
Ja, hallo, ich bin Laura Giesen, seit etwa einem Jahr bei Liquid Democracy, Projektmanagerin, und hauptsächlich für unsere Software-as-a-Service-Beteiligungslösung, natürlich Open Source, zuständig und auch für ein Projekt, in dem wir, ja, digitale Beteiligung Kommunen näher bringen und sie dazu vernetzen. Aber dazu bestimmt noch mal mehr später.
Genau. Und wir fangen gleich mal mit den Basics an, bevor wir hier loslegen. Was ist Liquid Democracy?
Ich kann gerne nicht was sagen. Liquid Democracy sind wir. Das ist ein gemeinnütziger Verein aus Berlin. Und wir beschäftigen uns mit der Frage, wie wir demokratische Prozesse einfacher und auch inklusiver, transparenter gestalten können. Aber es ist auch quasi ein Konzept zur sozusagen Verflüssigung. Also da steckt ja schon Liquid im Namen, zur Verflüssigung von eher starren Strukturen. Und wir haben auch genau diese Idee von Demokratie eher als flüssigen Prozess zu sehen. Das beschäftigt auch uns im Verein. Und genau, wir arbeiten zu verschiedenen Themenfeldern rund um digitale Demokratie, Demokratieförderung. Bei uns geht es viel auch um zu Projekten zu digitaler Teilhabe. Wir machen Forschungs- und Förderprojekte, Einsatz von KI in der Beteiligung oder Augmented Reality. Und wir beschäftigen uns auch viel mit Wissenstransfer rund um Fragen der Beteiligung. Also wir wollen auch Kommunen und Gemeinden empowern, Beteiligungsprozesse umzusetzen, aufzusetzen und machen da eben auch viele Schulungen, Workshops, Lernvideos, all sowas.
Und konkret macht ihr auch Software?
Genau, wir entwickeln Beteiligungsplattformen, unter anderem für die Senatsverwaltung Berlin, also mein.berlin.de. Da sind wir für die technische Weiterentwicklung zuständig. Das ist die, Das zentrale Beteiligungsplattform der Hauptstadt Berlin und auch die freie Software-Adhocracy.plus, was alle Kommunen und Gemeinden kostenlos in Deutschland auch einsetzen können. Das ist eine Software-as-a-Service, die auch Open-Source ist. Also da spielt auch digitale Souveränität für uns eine Rolle. Und genau, da sind mittlerweile auch über 100 Kommunen schon registriert.
Du erzählst jetzt gerade von Kommunen und ihr seid ein gemeinnütziger Verein. Ich habe viel zu tun mit Beschaffung. Wie sieht das jetzt aus, wenn ein Verein oder wenn jetzt eine Kommune auf euch zukommt als Verein, weil ihr seid kein Unternehmen, wie kann die Kommune von euch quasi eine Dienstleistung bekommen?
Also es ist eigentlich ganz einfach, weil die Dienstleistung ja in dem Fall oder für die allermeisten, die auf uns zukommen, sind kleine bis mittelgroße Gemeinden, die dann Autocracy Plus benutzen. Also diese Software zu benutzen ist für die Gemeinden kostenlos. Also sie müssen im Endeffekt nur eine Vereinbarung zur Datenverarbeitung unterschreiben und dann können sie loslegen. Also die schicken sie uns zu und dann richten wir ihnen quasi eine Unterseite auf unserer Seite ein und dann können sie mit der Beteiligung loslegen. Das ist, glaube ich, viel einfacher als viele so Beschaffungsprozesse, weil im Endeffekt, genau, müssen sie da ja keine großen Budgetentscheidungen, am Anfang treffen, sondern können eigentlich, können im Prinzip auch loslegen und das erstmal testen und gucken, ob das überhaupt die Software für sie ist. Genau.
Und du sprichst trotzdem aber einen guten Unterschied sozusagen so an. Also genau, wir sind ein gemeinnütziger Verein und kein Unternehmer. Das heißt natürlich auch, dass wir keine Gewinne erwirtschaften. Und trotzdem haben wir so einen Zweckbetrieb und einen ideellen Betrieb beispielsweise. Und beispielsweise die Umsetzung von Main-Berlin ist dann sozusagen eher unser Zweckbetrieb. Und übergeordnet kann man aber sagen, das ist ja so wie alle Vereine, die dann auch einen Satzungszweck so haben. Und unser Satzungszweck ist eben die Förderung des demokratischen Staatswesens. Das heißt, genau, ein großes Standbein sind natürlich Forschungs- und Förderprojekte, aber wir können auch Beteiligung für Kommunen sozusagen auf- und umsetzen. Das heißt, das steht eigentlich in keinem Verhältnis. Wir würden sogar sagen, wir sind sehr gerne ein gemeinnütziger e.V. Und möchten auch auf jeden Fall diese, wenn man so will, Sonderstellung beibehalten. Genau, es ist natürlich ein bisschen besonders, weil wir sind, wenn man so will, trotzdem so eine Art Techie, GovTech, ich will nicht unbedingt sagen Startup, aber trotzdem hat es vielleicht so Ansätze davon. Aber trotzdem sind wir als gemeinnütziger Verein organisiert mit eben ehrenamtlichem Vorstand, Mitgliedern und das ermöglicht uns auch Freiheiten, auch beispielsweise für Förderprogramme oder genau bei Forschungsprojekten da als Projektpartner mit drin zu stehen. Und wir glauben eben einfach aus Überzeugung daran, dass wir Open-Source-Software entwickeln möchten, wo der Profit nicht an vorderster Stelle steht und das eben auch nicht irgendwie proprietär oder so für uns entwickeln möchten, sondern für die Allgemeinheit, für die Gesellschaft. Und genau, das ist so wirklich ein bisschen in unserer DNA vielleicht, wenn man so will.
Apropos Profit, jetzt bin ich ja nicht nur ein alter Verwalter, sondern habe auch irgendwann mal BWL studiert. Wie finanziert ihr euch denn?
Generell kann man sagen, also zu Adhocacy Plus, das ist wirklich so ein bisschen unser Passionsprojekt, unsere Plattform, die wir wirklich mit Leidenschaft weiterentwickeln und schon seit 2019 da eben kostenlos für die Kommunen zur Verfügung stellen. Dann kann man natürlich sagen, okay, ihr seid kostenlos. Wie kommen dann wieder Gelder rein? Also tatsächlich bei Atoque C++ finanzieren wir viele der Weiterentwicklungen über Querfinanzierungen aus Forschungs- oder Förderprojekten. Beispielsweise, wenn ein neues Moderations-Dashboard entwickelt wird oder wir hatten ein Projekt zu Augmented Reality oder Desinformation in der Beteiligung. In diesem Rahmen werden teilweise weitere Funktionen oder Module gebaut, die wir dann auch auf Adhocacy Plus einsetzen können. Dann haben wir natürlich, wie gesagt, auch den Zweckbetrieb, also beispielsweise, indem wir zuständig sind für die technische Weiterentwicklung von meinberlin.de und da auch das Design und eben den ganzen Code für Schreiben und so. Also spielt bei der Finanzierung eine Rolle und gleichzeitig auch viele Forschungs- und Förderprogramme. Aktuell haben wir Projekte vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Frau, Senioren und Jugend. Ich hoffe, ich vergesse keinen Buchstaben. Vom Bundesprogramm Demokratie leben, aber wir sind auch vom Forschungsministerium schon oft gefördert worden oder auch von Horizon-EU-Projekten. Und genau das ist wie häufig auch in der Zivilgesellschaft, hat man da einfach diese verschiedenen Standbeine. Stiftungsfinanzierung spielt eine Rolle, also genau, da gibt es einfach verschiedene Säulen sozusagen, wenn man so will, in der Finanzierung. Und gleichzeitig, ja, es ist schon eine Entscheidung zu sagen, wir, finanzieren weiterhin Adhocacy Plus und möchten diese Software zur Verfügung stellen, weil gerade dadurch sozusagen nur über Adhocacy Plus könnte sich die Software aktuell selber noch nicht tragen. Ich denke, da kann man auch so transparent sein, das wirklich anzusprechen, dass wir da eben sozusagen über andere Wege der Querfinanzierung ein bisschen, mithelfen, aus Überzeugung.
Okay, bevor wir jetzt in die ganz nerdigen Themen Richtung Open Source und sowas reingehen, jetzt erstmal nochmal die Themen für die Kommunen oder überhaupt für die Verwaltung. Wenn jetzt eine Verwaltung auf euch zukommt, mit welchen Ideen oder Anliegen kommt die denn auf euch zu und sagt, ich brauche Beteiligung für was weiß ich?
Ja, also in der Regel, kommen die auf uns zu, weil sie eine Beteiligungsplattform suchen. Also die suchen im Prinzip nach dem Tool, weil sie wissen, dass das das Hauptding ist, was wir anbieten. Es gibt auch Sachen, wo sie einen konkreten Prozess mit uns gemeinsam machen wollen. Das ist aber nicht das, was am meisten passiert. Was sie dann letztendlich machen, das sind ganz verschiedene Sachen. Also wir haben ja schon gesagt, dass bei Autocracy Plus die meisten nutzenden Gemeinden sind so kleine bis mittlere Gemeinden. Das sind dann häufig so Dorfentwicklung oder Prozesse, wo es darum geht, wie soll unsere Gemeinde in Zukunft aussehen. Das können so Stadtentwicklung, Dorfentwicklungssachen sein. Wie soll ein bestimmter Platz aussehen jetzt in letzter Zeit? Ich meine, dieses Jahr natürlich hochaktuell. Wie gehen wir mit der Hitze um? Also was muss da an verschiedenen Stellen passieren, damit wir besser auf die Hitze vorbereitet sind? Also das ist auch eine große Frage, zu der beteiligt wird. Dann ist auch, Naja, sag ich mal, schwankende Beliebtheit. Es war eine Zeit ganz groß, jetzt ist es vielleicht wieder ein bisschen weniger oder kommt auch wieder, sind halt BürgerInnenhaushälte, wo halt eine bestimmte Menge an Geld für Projekte freigemacht wird, die von BürgerInnen vorgeschlagen werden. Das ist auch ein beliebtes Format.
Es gibt ja auch so Pflichtbeteiligungen, gerade so im Bauwesen. Sind die auch abbildbar?
Die sind theoretisch abbildbar, aber dann ist es wirklich in der Regel eher ein Abbilden von was, was an anderer Stelle auch. Also da ist ja die Pflicht, gehört ja dann teilweise auch dazu, dass das physisch irgendwo ausliegen muss. Und dann steht auf der Plattform nur auch, dass das da physisch ausliegt. Und dann findet dazu vielleicht parallel etwas statt, was über die Pflicht hinausgeht. Also die reine Pflicht abzuhaken ist ja häufig auch gar nicht so spektakulär, sage ich mal. Und dann würde ich sagen, dass das, was dann eher auf der Plattform stattfindet, ist das quasi ein Add-on dazu. Da findet dann halt noch vielleicht eine Information statt zu dieser Pflichtbeteiligung. Aber das ist, sage ich mal, nicht der Hauptzweck dann. Also wir würden hoffen, dass in der Regel mehr als Pflichtbeteiligung stattfindet.
Naja, gerade bei den Pflichtbeteiligungen gibt es ja oft sehr viel Kontroverse. Gerade wenn man so in die größeren Städte reinschaut oder so. Ich wohne am Stadtrand von München. Also da sind so Bürgerbeteiligungen, gerade wenn es ums Bauwesen geht, schon sehr, sehr kontrovers. Aber ihr hattet gesagt, ihr arbeitet hauptsächlich mit so kleineren Kommunen. Ihr habt von Berlin erzählt und ich habe auch was von Dresden gehört. Das sind ja jetzt nicht wirklich kleine Kommunen.
Ja, das stimmt. Also Berlin ist auch nochmal ein bisschen ein Sonderfall, weil, wie mir Maria schon gesagt hat, da arbeiten wir wirklich im Auftrag der Senatskanzlei und die haben ihre eigene, also es, ist nicht ganz was anderes als Autocracy Plus, also es hat ähnliche Logiken und auch einen ähnlichen, also da, steht die ähnliche Grundsoftware dahinter, aber genau, das funktioniert nochmal anders von dem, wie wir mit denen zusammenarbeiten, weil es halt einfach eine Auftragsentwicklung ist. Das natürlich kann uns eigentlich, also jede größere Stadt kann uns auch benutzen. Also sie sind überhaupt nicht ausgeschlossen. Es ist eher, dass wir den Fokus auf die kleinen missmittleren Gemeinden legen, weil die quasi gar keine andere Möglichkeit häufig haben, weil sie kein Budget haben, jetzt für die Software Geld auszugeben oder sich, vielleicht auch, ja vielleicht auch, weil die Schwierigkeit, du hattest vorhin über Beschaffung geredet, weil das alleine schon eine Hürde ist, da so einen Beschaffungsprozess zu machen. Also vielleicht hätten sie sogar irgendwie das Geld, aber es geht halt viel schneller, wenn man keinen Beschaffungsprozess in die Wege leiten muss.
Genau, vielleicht kann ich auch noch ergänzen zu dem, was Laura gesagt hat. Also genau besonders mit Adhoc-Cplus sind sozusagen kleinere oder mittlere Kommunen eher der Fokus. Es nutzen auch Städte, auch etwas größere, aber genau, weil da einfach sozusagen der Bedarf an so einer einfach umzusetzenden, kostengünstigen Lösung recht hoch ist. Aber genau, Berlin hat da nochmal so ein bisschen, ja, wie du gesagt hast, Laura, ein bisschen den Sonderstatus und ist so ein bisschen komplexer. Wir haben das beispielsweise auch vom Design sehr aufwendig angepasst an das neue, überarbeitete, den neuen Look vom Land Berlin und Talker C Plus hat sozusagen übergeordnet ein UX und auch Design für die verschiedenen Kommunen. Sondern man kann es ein bisschen anpassen. Das sind sozusagen auch so Zusatzleistungen, die wir anbieten. Eigene URL oder ein bisschen vom Design auch noch ein bisschen angepasst an den Look sozusagen der jeweiligen Stadt. Aber das ist sozusagen ein bisschen, eine einfachere One-Size-Fits-All-Lösung, wenn man so will.
Und könnte ich das auch selber betreiben?
Genau, also man könnte das, klar ist es Open Source, man kann sich den Code runterladen. In der Regel, also wir wissen jetzt nicht von vielen Instanzen, wo das jemand gemacht hat, weil es halt so einfach ist, es auch als Software as a Service bei uns sich zu registrieren. Also gibt es für die wenigsten jetzt den Grund, das zu tun.
Ich habe noch was gelesen von einer Studie mit der TU Dresden. Könnt ihr da vielleicht ein bisschen mehr drauf eingehen, was diese Studie vor allen Dingen sich angeschaut hat und was rausgekommen ist?
Gerne. Du meinst bestimmt, dass die ERLE-Studie steht für Erfolgsfaktoren lokaler E-Partizipation. Das war ein Forschungsprojekt, wo wir im Praxisbeirat auch zusammen mit der TU Dresden sitzen, die die TU Dresden eben, durchgeführt, halt gefördert auch von der Stiftung Mercator. Und da haben sie über 2000 Gemeinden befragt, ob die schon digitale Beteiligung anbieten, was irgendwie Hürden sind etc. Und genau 32 Prozent der befragten Gemeinden bieten auch digitale Beteiligung schon an und 14 Prozent möchten die anbieten. Das waren natürlich für uns sehr spannende Zahlen, weil wir einfach auch nochmal gemerkt haben, wie groß auch dennoch der Bedarf an Wissen und vielleicht geeigneten Plattformen etc. Ist. besonders bei kleineren, vielleicht auch Kommunen, die sich noch gar nicht richtig mit dem Thema befasst haben, einfach mal auch Beteiligung auszuprobieren. Und was auch ein interessanter Fact noch war, nur zwölf Prozent der befragten Gemeinden haben eigene Beteiligungsbeauftragte. Das ist nämlich auch ja so ein Ding. Wo sitzt denn die Beteiligung in der Verwaltung? Häufig sind das dann Personen, die eh schon viele andere Hüte aufhaben und Beteiligung noch zusätzlich dann durchführen. Und es gibt eben, wie gesagt, nur in zwölf Prozent häufig dann überhaupt eigene Stellen dafür. Aber Laura, da kannst du, glaube ich, auch noch ein bisschen was zu sagen.
Ja, genau. Also das ist auch unsere Erfahrung mit den Leuten, die, also wir haben in manchen Fällen mehr Kontakt mit den Leuten, die unsere Software einsetzen in kleinen Gemeinden und in denen, wo wir die Rückmeldung bekommen, ist quasi das häufig so, ja, sie haben schon irgendwie diese Aufgabe, digitale Beteiligung, aber das ist jetzt nicht deren Hauptaufgabe und das ist, muss man wirklich sagen, also höchster Respekt vor diesen Leuten, die das häufig so, ein bisschen, ja genau, nebenbei machen sollen und dann aber da voll ihr Herzblut reinstecken, gute Beteiligung zu machen, obwohl sich im ersten Moment jetzt niemand bedankt oder das dauert dann wahrscheinlich eine Weile und sie auch viel mit Gegenwind natürlich teilweise zu rechnen haben und die machen das wirklich, ja es ist Teil ihres Jobs, aber man merkt schon, dass viele da über das, was eigentlich ihr Job ist, hinausgehen oder dass sie müssten das nicht so doll, so gut und so engagiert machen. Wie sie das dann teilweise machen und das ist schon beeindruckend quasi.
Du hast gerade gesagt, das dauert eine Weile, bis so eine Beteiligung quasi dann ausgewertet ist. Wie verfolgt ihr das nach? Wie informiert ihr die Bürgerinnen und Bürger, die sie jetzt beteiligt haben, egal bei was? Und wenn sie gesagt haben, ich will den Spielplatz lieber rechts, rechts, links, wie informiert ihr laufend diejenigen, die sich beteiligen?
Ja, also in der Regel sind es nicht wir, die die laufend informieren. Das ist schon die Aufgabe derjenigen, die die Beteiligung aufgesetzt haben, also in den Verwaltungen, aber wir machen es natürlich irgendwie über die Software möglich und einfach. Also auf der Software gibt es so diese klassische Folgenfunktion, also wenn sich jemand bei einem Beteiligungsprojekt, beteiligt, dann werden sie dazu ermutigt, über einen Knopf dem Projekt zu folgen, und so auf dem Laufenden gehalten zu werden, wenn sich dort was ändert, wenn eine neue Phase der Beteiligung ansteht. Und die Verwaltungen können auch quasi sowas wie Newsletter über dieses Projekt schicken oder eine, ja, darüber die Information versenden, was jetzt die Ergebnisse sind. Das ist aber auch was, wo wir tatsächlich noch daran arbeiten, dass das noch mehr gemacht wird, dass wir das zum Beispiel auch mitbekommen und auch das. Verwaltungen erinnert werden, oh diese Beteiligung ist jetzt seit zwei Monaten vorbei, stell doch mal Ergebnisse online, weil teilweise ist es auch so, dass die Beteiligungen passieren und dass daraus sogar halt auch Entscheidungen getroffen werden, die auf diesen Ergebnissen basieren und dass dann, trotzdem niemand informiert wird und das ist glaube ich auch überhaupt gar kein böser Wille, weil die, genau, wie gesagt, es werden Ergebnisse umgesetzt und man geht dann davon aus, Das sieht man ja dann vielleicht im Stadtbild oder so, aber das ist natürlich auch wichtig, dass Leute konkret erfahren, ah, das ist jetzt das Resultat einer Beteiligung, wo ich mich vielleicht sogar beteiligt habe und das ist, wo wir auch noch daran arbeiten, dass das häufiger, dass das wirklich standardmäßig passiert, dass am Ende da steht, ah ja, das war das Ergebnis und das ist die Umsetzung. Das kann natürlich auch dauern, aber selbst darüber kann man ja auch informieren, warum, wann die nächsten Schritte sind und was das ist und womit man da zu rechnen hat.
Und Beteiligung bei euch auf der Plattform, ist die anonym oder muss man sich vorher registrieren?
Beides. Also in der Regel, also ganz lange war es der Fall, dass man sich per E-Mail registrieren musste, einen Account anlegen musste und dann da einem Pseudonym angeben konnte und damit sich quasi, anonym beteiligen konnte, aber quasi die E-Mail angegeben hat, die wurde aber niemandem jetzt angezeigt. Genau, das ist nur, um einen Account zu haben. Da kam dann aber häufig von Verwaltungen auch der Wunsch, dass das noch einfacher sein sollte. Und bei Umfragen ist das schon länger der Fall gewesen, dass man die auch öffnen konnte, quasi dass man ohne einen Account eine Umfrage ausfüllen konnte. Und das ist jetzt erst seit kurzem, dass wir so eine Funktion haben, die Guest-Accounts heißt, dass, quasi Leute auch ohne ihre E-Mail anzugeben, sie müssen nur einmal kurz den Bedingungen zustimmen und können dann sofort sich beteiligen, ohne... Diese Hürde zu haben. Und das ist wirklich was, was uns zurückgemeldet wurde, dass das ganz wichtig ist. Also möglichst geringe Hürden, um sich zu beteiligen.
Und wie stellt ihr dann sicher, dass diejenigen, die sich beteiligen, auch tatsächlich das Recht dazu haben, also auch in dieser Kommune quasi ansässig sind? Oder ist das in so einem marginalen Bereich, dass das keinen Unterschied macht?
Das ist tatsächlich kein besonders großes Thema. Also das werden wir immer wieder gefragt, Aber eher nicht von Leuten aus den Gemeinden, die die Beteiligung umsetzen, weil das in der Regel die geringste Sorge ist, dass sich jetzt da jemand anderes, der nicht in dieser Gemeinde wohnt, da auch eine Idee gibt, wo ein guter Ort von Trinkbrunnen ist. Also einmal ist ja die Frage, wie schlimm wäre das überhaupt, wenn jemand von woanders da Ideen beiträgt und in der Regel ist wirklich die größere Herausforderung, möglichst viele Leute dazu zu bekommen, sich zu beteiligen. Das hängt aber natürlich auch vom Thema ab. Es ist nicht die Standard-Erfahrung, dass es Manipulationen gibt oder so. Das sieht man schon auch im Datenexport, wenn das so ist, wenn da jetzt jemand irgendwie 15 Accounts anliegt oder sowas. Das kommt aber extrem selten vor und deswegen ist es einfach nicht die große Priorität. Das kann sich aber natürlich ändern, je nachdem, zu welchen Themen beteiligt wird, mit was für nahe, also zum Beispiel jetzt wie viel Geld verteilt wird. Da wird das dann relevanter.
Was man vielleicht auch noch ergänzen kann, gerade bei größeren Städten, ist es natürlich eine riesige Frage, gerade auch bei so Abstimmungen oder so, dann sicherzustellen, dass auch nur die Leute aus der jeweiligen Stadt oder dem Kiez oder so gerade so bei tragenden Entscheidungen beitragen. Aber was wir ja auch oft haben, sind Ideenfindungen, genau, Priorisierungen, Ideen zum Beispiel bei einem Bürgerbudget oder so, die erstmal eingereicht werden können. Und häufig sagen dann auch die Verwaltungen bewusst, die Abstimmung machen sie dann irgendwie analog, verbinden das mit einem Stadtfest oder anderem. Und gerade so genau bei den digitalen Entscheidungsprozessen sehen wir dann eben, dass die Verwaltungen sich freuen, wenn sich überhaupt genügend Menschen finden, die da teilnehmen und man kann ja auch in Berlin sagen, vielleicht wohne ich zwar im Wedding, aber arbeite in Neukölln und bin dann so oft in Neukölln, dass ich vielleicht trotzdem eine Meinung zu, dem Hitzeschutz dann dort vor Ort habe oder ähnliches.
Und was sind so eure Erfahrungen, wer sich so beteiligt? sind das immer die üblichen Verdächtigen oder schaffen es die Kommunen auch andere zu begeistern, sich zum Beispiel online zu beteiligen?
Das ist total gemischt und das hängt ehrlich gesagt auch wirklich von den Projekten ab. Also ich glaube, das Thema, dass es diese üblichen Verdächtigen gibt, die, irgendwer hat es mal Beteiligungsadel genannt, die einfach eh immer ihre Meinung sagen, die immer einen Weg finden, ihre Meinung zu sagen, das gibt es glaube ich überall. Und dann hängt es davon ab, wie viel man dafür tut, dass sich abgesehen davon, auch noch Leute beteiligen. Und das ist natürlich was, was wir mit der Software erleichtern können. Also grundsätzlich ist ja überhaupt der digitale, Weg als Ergänzung zum Analogen ja einmal eine Möglichkeit, dass sich noch mehr Leute beteiligen, die jetzt zum Beispiel keine Zeit haben, irgendwie diese typische 18-Uhr-Formate irgendwie zu besuchen, die analoge Beteiligung sind. Also auch bei digitaler Beteiligung muss man schon was dafür tun, damit da vielfältige Beteiligung drauf stattfindet. Und das ist in der Regel wirklich eine Kommunikationsaufgabe für die Gemeinden. Das ist nur was, wo wir jetzt, sage ich mal, sie mit Wissensvermittlung darüber unterstützen können.
Und was für uns aber vor allem im Bereich auf die Zielgruppen auch eine große Rolle spielt, sind junge Menschen. Also es gibt verschiedene Projekte schon mit eben Kinder- und Jugendbeteiligung. Zum Beispiel in Werderhavel gibt es den Zukunftshaushalt, wo quasi alle Bürgerinnen Ideen einreichen können, was mit den bereitgestellten Geldern passieren soll. Aber Kinder und Jugendliche dürfen dann über die Umsetzung abstimmen. So sind zum Beispiel schon Graffiti-Wände oder Skateparks und so weiter entstanden.
Darf ich da kurz was zu ergänzen zu, Werder an der Havel, weil das ist nämlich ein extrem gutes Beispiel dafür, wie man erreicht, dass da viele und dass da auch wirklich nicht nur übliche Verdächtige teilnehmen. Diese Abstimmung der Kinder und Jugendlichen, die findet nämlich in Schulen statt und das ist eigentlich für Beteiligung so der perfekte Ort, weil da sind sie halt noch alle. Also da sind, Da ist wirklich die einzige Einschränkung quasi, welche Klassenstufen da jetzt abstimmen und das findet vor Ort statt und da erreicht man wirklich alle. Und da ist halt diese Kombination aus dem Digital und Analog, glaube ich, extrem gut gelungen. Und das ist deswegen so ein bisschen so ein Vorzeigebeispiel von uns.
Genau und was man vielleicht auch noch so ein bisschen auch aus der Forschung etc. Sieht, ist, dass es schon besonders bei jungen Menschen oft gar nicht so richtig, dass viele gar nicht wissen, wo sie sozusagen anfangen können, sich zu beteiligen oder politisch zu engagieren, besonders auch Frauen und auch junge Frauen mit Migrationshintergrund. Und das ist auch was, was uns in verschiedenen Projekten beschäftigt. Auch wie können wir Beteiligungsprozesse inklusiver gestalten und auch ein bisschen attraktiver für verschiedene Zielgruppen machen.
Ich habe bei euch auf der Webseite was ganz Lustiges gesehen, ein Bildschirm mit zwei Tasten und das sah mir so aus, als ob der in irgendeinem Späti in Berlin rumsteht. Was ist das?
Ja, das ist unser Projekt Späti-Parlament. Da wäre ich jetzt auch drauf gekommen. Das ist ein richtig cooler Kiez-O-Mat, haben wir ihn, glaube ich, genannt. Ein Prototyp aus Holz, richtig gebaut, auch von unserem Projektpartner, blau und gelb angestrichen. Und das war oder ist ein Innovationsprojekt in einem Späti-Parlament, wo wir uns auch wieder in Berlin mit der Frage beschäftigt haben, wie können wir demokratische Beteiligung an Alltagsorte bringen und eben vor allem für junge Menschen. So gestalten, dass sie Lust haben mitzumachen. So ist dieses Automat sozusagen entstanden. Der hat auch so Knäufe, die man drehen kann. Das funktioniert leider, also genau, es ist trotzdem wie eine Art iPad, was dann eben da eingebaut ist und man kann eben Abstimmungen machen. Das ist ein, genau, so ein bisschen noch der Prototyp und in ersten Spätis haben wir das auch schon mal getestet mit jungen Menschen, wie das so funktioniert, dann da über direkte Fragen sich auszutauschen. Also es hat schon so ein bisschen erforscht, so wie direkte Gestaltung funktioniert, weil gerade das Thema Alltagsorte in der Demokratiebildung, aber auch generell beim Thema Beteiligung immer relevanter wird. Also Laura, du hast ja schon gesagt, zum Beispiel Schulen oder Bibliotheken, also einfach, dass man, bei Alltagsorten wirklich guckt, wo halten sich die Leute, wo ist eh schon so die Mitte der Gesellschaft häufig präsent und dass man dann da wirklich guckt, wie können demokratische Prozesse denn dann dort aussehen oder gefördert werden, eben beispielsweise in Spätis, in Bibliotheken, in Schulen, in Parks, und da dann verschiedene Ideen weiter zu verfolgen. Das ist was, was uns genau auch als Frage mit beschäftigt.
Ihr baut das ganze Projekt als Open-Source-Projekt aus und unter AGPL V3, also eine ganz okaye, Wo finde ich denn dieses Projekt? Finde ich das auf GitHub oder auch auf OpenCode?
Bisher auf GitHub, aber wir haben da jetzt auch schon mehrmals drüber gesprochen über OpenCode. Ich glaube, da sind wir auf jeden Fall dran, dass das da in Zukunft auch stehen sollte.
Okay, das ist sehr gut, weil dort ist die Open Source Software für die Verwaltung und das entwickelt sich tatsächlich immer mehr zu dem Ort, wo die Verwaltung anfängt zu suchen. Also die suchen natürlich auch auf GitHub, aber gerade so Verwaltungssoftware wird halt dort begonnen mit der Suche. Und wenn man da gleich vorne dabei ist, macht natürlich Sinn.
Ja, vielleicht ist da deine Frage auch nochmal der letzte Push, den wir brauchen. Ich glaube, da hat auf jeden Fall bei uns eigentlich niemand was dagegen.
Ja, das kann man ja auch spiegeln. Man muss ja nicht zweimal die Arbeit machen.
Genau.
Aber da kommt mir gleich zur nächsten Frage. Repositories macht mir ja nicht nur, damit man so ein bisschen Show aufmachen kann. Guckt mal, was ich für schöne Software geschrieben habe. Sondern ihr wollt natürlich auch externe Beteiligung. Wie funktioniert das bei euch? Gibt es da Leute, die sich da extern beteiligen und Code beisteuern oder auch Informationen oder Fehlermeldungen oder sonst was, was man halt in so einem Projekt alles haben will?
Total, genau. Du spielst so ein bisschen darauf an, Open Source und auch der Community-Gedanke. Das spielt natürlich bei uns eine Rolle. Also genau, wir sind auf GitHub jetzt aktuell. Das heißt, da gibt es immer mal wieder auch Bugs, die gefunden werden oder Code-Beiträge, Anfragen etc. Teilweise auch Übersetzungsanfragen. Also wir hatten, ich glaube, aus Brasilien mal eine Anfrage, um Atocos auf Portugiesisch dann zu übersetzen. Ich weiß nicht genau, ob das nochmal nachverfolgt wurde. Ich glaube, es ist zumindest noch nicht veröffentlicht, aber das gibt es auf jeden Fall. Trotzdem sind wir eher eine kleinere sozusagen Dev-Community, einfach weil es ja doch relativ spezifisch manchmal ist vom Use-Case her und eben so Software-as-a-Service, was halt ein bisschen einfacher häufig ist, dann einfach auf Adhocacy Plus direkt zu gehen. Aber es gibt schon auf jeden Fall immer wieder den Austausch und genau auch, dass manchmal noch Issues geschrieben werden oder ähnliches und dann freuen wir uns auch natürlich immer.
Vielleicht ist es noch ein Grund, auf OpenCode zu wechseln.
Auf jeden Fall. Das ist ein guter Werbeblock, ja.
Wäre auf jeden Fall spannend. Ich meine, was man natürlich auch dazu sagen muss, diese ganze Community-Frage davon, das ist natürlich auch eine Ressourcenfrage. Also bei uns ist es auch immer so ein bisschen so, dass jetzt Autocracy Plus nicht immer zu jedem Zeitpunkt weiterentwickelt werden kann. Also manchmal sind wir mehr an diesen Forschungsprojekten, manchmal haben wir Sprintsfirma in Berlin. Und ja, das müsste man ja natürlich auch alles irgendwie, also wenn man jetzt mit größerem Umfang von externen Beiträgen hätte, dann hätten wir natürlich da auch einen größeren Managementaufwand, das zu organisieren. und, Da müssten wir halt gucken, wie wir das meistern, glaube ich. Ja, aber es wäre auf jeden Fall eine spannende Sache.
Und wir haben natürlich genau eben sozusagen intern im Team auch schon aktuell drei Softwareentwicklerinnen und zwei Personen, die sich mit Design und UX beschäftigen. Das heißt sozusagen unsere Bedarfe genau decken wir eigentlich darüber weitestgehend ab. Trotzdem freuen wir uns auch über externe Beiträge.
Was mir gerade einfällt, wir haben noch nicht einmal gesagt, wo man euch im Internet findet. Vielleicht könnt ihr das jetzt direkt mal machen, bevor wir es ganz vergessen.
Gerne. Das ist jetzt unser kurzer Werbeblock. Also unsere freie Software, vor allem für kleinere Kommunen und Gemeinden, die wir jetzt schon so oft angesprochen haben, ist adhocracy.plus. Auch genauso einfach geschrieben, also von diesem Gedanken adhoc und democracy. Genau, das kann man einfach finden. Dann unsere Website ist liquid.net, L-I-Q-D.net. Das ist so ein bisschen eine Kürzung. Und falls ihr euch auch dafür interessiert, wie die Beteiligungsplattform von Berlin aussieht, könnt ihr auf mein.berlin.de das finden. Ihr findet auch einen Kiezradar, wo man so ein bisschen seinen eigenen Kiezradius einstellen kann etc. Schaut euch gerne mal die Funktionen an und das war der kurze Werbeblog.
Genau, aber das werden wir natürlich alles auf der Webseite verlinken, weil wir können jetzt nicht über Liquid Democracy sprechen und keiner weiß, wo man euch findet, Wer googeln kann, findet euch auch da. Aber trotzdem, Maria, du hast vorhin gesagt, dass Anfragen kamen, die Plattform zu übersetzen. In Brasilianische war es, glaube ich, oder Portugiesisch in dem Fall. Das geht ja heutzutage alles wunderbar auch mit KI. Und ihr habt auch ein KI-Projekt am Laufen. Habe ich nicht das richtig gesehen?
Genau, das hast du richtig gesehen, beziehungsweise verschiedene Projekte schon mit KI, die wir umgesetzt haben. Erstmal zu den Übersetzungen, gute Überleitung. Wir haben auf jeden Fall, also unsere Software gibt es auf jeden Fall auch in Englisch. Wir sind immer wieder auch an anderen Sprachen dran. Aber im Bereich KI hatten wir schon eigentlich ab 2019 immer wieder mehr Forschungsprojekte. Das war auch noch vor diesem, muss man das Claimer-mäßig sagen, vor den Large Language Models und so Generative, also generativer KI-Hype ein bisschen, wenn man so will. Das waren Projekte, wo wir uns zum Beispiel mit den Fragen beschäftigt haben, wie kann KI in der Moderation von Beteiligungsprozessen helfen oder unterstützen? Oder auch kann KI sozusagen Beiträge flaggen, die eher mit Desinformation oder Hate Speech funktionieren? Die da sozusagen anschlagen. Da wurden auch Prototypen entwickelt, die dann eben aber, also es wurden einige dieser Funktionen, haben wir auch auf der TalkCyPlus eingebaut, aber für uns, besonders bei der Frage, nutzen wir KI, wenn ja, wie bauen wir das in unsere Software ein? Ist immer relevant, was ist der Nutzen, vor allem auch für die InitiatorInnen? Wie schnell veraltet so ein Tool? Ist es nachhaltig? Was sind das für Kosten? Also wir probieren das schon sehr ganzheitlich zu betrachten Und beispielsweise bei diesen Forschungsprojekten ist das eben über einen Prototyp-Status leider nicht hinausgekommen, auch wegen den Finanzierungen etc. Und dadurch veralten die natürlich ganz schnell. Wie gesagt, das war vor eben diesen Large Language Models. Das heißt, da haben wir diese Funktionen nicht ganz eingebaut, aber trotzdem unser Moderation-Dashboard überarbeitet und verschiedene neue Funktionen so geschaffen. Und aktuell beschäftigen wir uns vor allem im Projekt Roots mit KI. Roots ist auch von der Stadt Leipzig. Es geht um gemeinnützige Organisationen, die intern Beteiligungsprozesse auch umsetzen wollen. Da haben wir zum Beispiel auch so Lernbereiche entwickelt und eben aber uns auch mit KI-Zusammenfassungen beschäftigt. Und das ist schon ein Themengebiet, wo wir sagen, das halten wir für wirklich relevant, gerade wenn es um eine Fülle an Beiträgen geht. Das kennen wir ja auch von, wenn man selber vielleicht KI-Tools nutzt, also so große Dichte an Informationen zu vereinfachen und nochmal so die zentralen Ideen rauszustellen. Beispielsweise, wenn es jetzt eine Ideensammlung gibt oder so, dass dann die KI sagen kann, viele Beiträge gehen in den Bereich Mobilität. Beitragende wünschen sich hier beispielsweise einen besseren ÖPNV. Das sind zum Beispiel Beispiele für diese Zusammenfassungen, wo die Sinn machen. Und genau aktuell ist das auch bei uns auf dem Productive Server schon sozusagen im Beta. Klar, wir müssen es aber individuell freischalten, diese Zusammenfassungslösung. Aber wenn jetzt InitiatorInnen oder Verwaltungen sagen, ja, finden wir total gut, wollen wir mal ausprobieren, dann können wir das umsetzen, weil wir das eben in diesem Roots-Projekt beispielsweise dann mitentwickelt haben.
Okay, also ihr denkt schon sehr weit voraus, setzt KI mit ein. Wie sieht es denn bei euch aus mit dem Thema Nachhaltigkeit und vor allen Dingen auch dem Thema Barrierefreiheit?
Das sind ja zwei irgendwie verschiedene Themen. Ja, genau. Also Nachhaltigkeit hat uns vor allen Dingen in diesem Kontext von KI beschäftigt. Also natürlich auch sowohl hier die ökologische Nachhaltigkeit, also wie viel Energie wird denn da verwendet, vor allen Dingen wie viel Energie wird verwendet für KI, die keiner nutzt. Also wir wollten zum Beispiel auch verhindern, dass das so automatisch passiert, ohne dass jemand danach fragt, sag ich mal. Genau, damit da nicht zu viel Energie verwendet wird. Aber natürlich geht es bei dem Thema Nachhaltigkeit auch um sowas wie diese Beschaffungsfrage. Also dass, wenn jetzt sich Gemeinden für unsere Beteiligungssoftware entscheiden, dass sie da nicht dran gebunden sind, also dass sie sich die Daten runterladen können und im Zweifelsfall auch woanders damit weiterarbeiten können. Genau, und dann hattest du noch nach Barrierefreiheit gefragt. Also wir haben da jetzt keine Lizenzierung für, also wir sind nicht zertifiziert. Das ist was, was wir, dafür braucht man ja so ein Audit. Das ist was, was wir vorbereiten. Wir richten uns schon länger nach diesen Standards, die da gefordert sind. Ich glaube, wahrscheinlich müsste man da auch nochmal Kleinigkeiten verändern. Aber grundsätzlich sind die Ziele, die darin, also so Screenreader, Freundlichkeit, Kontraste etc., das ist was, das wir schon standardmäßig versuchen zu erfüllen, wo wir halt einfach noch nicht so weit sind, dass wir dieses Audit umgesetzt haben. Aber das steht auf jeden Fall, sag ich mal, auf der internen Wunschliste und wird auch passieren.
Habt ihr euch mal die Service-Standards angeschaut?
Angeschaut, ja. Wie weit wir darin sind, die jetzt umzusetzen, kann ich jetzt gerade nicht beantworten, genau.
Ja, auch das Projekt Kern ist ja auch ein Thema, was quasi diese ganze Thematik mit Barrierefreiheit mit erschlägt.
Genau, und das wäre natürlich auch, ich glaube, hat das nicht auch was zu tun mit diesen Datenstandards und so weiter, ist darin ja auch ein bisschen abgedeckt. Also das ist was, wo wir quasi ein bisschen, also, abseits von der Softwareentwicklung uns auch ein bisschen theoretisch mit auseinandersetzen, da sind wir aber eher in den Anfängen so zu fragen, ah, was ist dadurch abgedeckt, was bei uns passiert und was bräuchte es vielleicht in diesem Beteiligungsbereich, noch sonst an Standards. Genau, da diskutieren wir drüber auch mit anderen, sind da jetzt aber noch nicht so weit in der Praxis.
Vielleicht, was bei uns auch eine Rolle spielt, ist auch überhaupt uns intern viel zu dem Thema nochmal weiterzubilden. Also wir hatten auch quasi im Rahmen von unserer Vereinsstrategie war auch Barrierefreiheit ein großes Thema und da haben wir zum Beispiel mit den Sozialheldinnen, auch einen Berliner Verein, haben wir Weiterbildungen und Schulungen gemacht, auch im Team. Da ging es dann auch um Themen wie Kommunikation und was ist wichtig, beispielsweise bei Alttexten, wenn man einen Instagram-Post macht als Organisation, aber auch speziell Schulungen zu Barrierefreiheit in der Softwareentwicklung und natürlich gerade unser Design-Team. Und das sind Themen, mit denen, die sich viel beschäftigen. Auch, genau, Screenreader-Kompatibilität oder Kontraste etc. Also da bilden wir uns weiter. Und in manchen Projekten hatten wir auch, also Digitalstrategie vom Land Berlin oder so, da waren wir auch mit beteiligt. Und da hat zum Beispiel auch leichte Sprache eine große Rolle gespielt. Die ganze Plattform ist auch in leichte Sprache übersetzt. So Geschichten, genau, für viele Verwaltungen. Gott sei Dank spielt ja auch Barrierefreiheit. Und da ist nicht mehr nur wichtig, sondern ja auch Pflicht. Und da bemühen wir uns auch auf jeden Fall, den Anforderungen gerecht zu werden.
Wenn ich jetzt als Kommune euch nutzen will, ich höre den Podcast, denke mir, wow, cool, die Webseite sieht auch gut aus, interessant. Was muss ich machen? Welche Schritte muss ich tun, damit ich mit euch ins Gespräch komme, beziehungsweise damit ich dieses Autocracy Plus nutzen kann?
Ja, also ein sehr guter erster Schritt ist zum Beispiel erstmal zu unseren kostenlosen Webinaren dazu zu kommen. Also wir haben einmal im Monat einen kostenlosen Workshop, in dem wir erklären, wie man das nutzen kann. Das ist jetzt keine Pflicht. Man kann auch einfach sagen, man will unsere Software nutzen, schreibt uns eine E-Mail dazu, unterschreibt diese Vereinbarung zur, Datenverarbeitung und legt los. Aber ich glaube, dieser Workshop ist doch ein guter Einstieg. Da kommt man auch mal mit uns ins Gespräch, da zeigen wir die Grundfunktionalitäten und genau, dann geht das eigentlich ganz schnell.
Ihr seid ein gemeinnütziger Verein. Was braucht ihr gerade am dringendsten, außer natürlich Kundschaft?
Ja genau, ich meine Kundschaft ist natürlich schon so ein Thema, weil die meisten Leute, die uns nutzen, sind ja in dem Sinne keine Kunden, sondern einfach Softwarenutzende. Die können auch zusätzliche Leistungen buchen, wie jetzt so individuelle Workshop auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Das ist natürlich gut, weil natürlich brauchen wir, um das Ganze zu finanzieren, Geld und das kann auf verschiedene Wege reinkommen. Das kann über zusätzliche Leistungen, das kann über Spenden reinkommen, Förderprojekte. Wir freuen uns immer über Kommunen, die unsere Plattform nutzen und dann davon erzählen, die sie auch, mit einem gewissen Qualitätsanspruch an ihre eigenen Beteiligungen nutzen, was bei ganz vielen der Fall ist und dann die Erfolgsgeschichten erzählen.
Und vielleicht auch den Austausch untereinander. Also da sind wir auch mit verschiedenen Projekten dran, dass wir es toll fänden, wenn ein bisschen mehr auch, eine Verwaltungs-Community rund um Beteiligung dann auch noch mehr entsteht, um sich auszutauschen, was hat gut funktioniert, was waren so Best-Practice-Beispiele vielleicht in der eigenen Kommune, was sind Learnings aus dem Prozess zum Bürgerhaushalt oder zum Spielplatz-Hitzeschutz, so Geschichten, dass da, auch Wissens-Transfer stattfindet.
Also dazu können sich auf jeden Fall Verwaltungsmitarbeitende bei uns melden und wer sich auch noch melden kann, das ist vielleicht noch ein interessantes Projekt. Wir haben gerade ein Projekt, was spezifisch für ehrenamtliche BürgermeisterInnen gedacht ist, weil, naja, die haben natürlich nochmal ein bisschen weniger Zeit, sich damit zu beschäftigen, aber eigentlich schon auch häufigen Interesse, so mehr von den Meinungen der BürgerInnen zu hören. Und da ist es uns ein großes Anliegen, quasi die Software auch nochmal dahingehend darauf anzupassen oder zu schauen, was brauchen die denn, damit es besonders einfach für sie ist. Und da haben wir ein Projekt, das heißt Ehrenamt Plus. Und da geht es genau darum, dass wir eine Handvoll von ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern haben. Darin begleiten wollen und schauen wollen, ah, wo sind denn die Hürden für die? Weil das ist für uns dann auch sehr wertvolle Information, zu schauen, was wir noch tun können, dass das für die noch einfacher wird, Lust zu legen.
Gut, jetzt sind wir soweit durch mit den Themen, die wir uns vorgenommen haben. Haben wir noch irgendwas vergessen oder gibt es noch was, was euch ganz extrem auf den Nägeln brennt, was wir unbedingt nach ansprechen müssen?
Als Laura vorhin drüber gesprochen hat, was es für Möglichkeiten der Kommunikation gibt, Da ist natürlich mein Kommunikationsherz noch ein bisschen reingesprungen. Also das ist auf jeden Fall was, was ich auch als Thema generell spannend finde und wo wir auch mit Kommunen hin und wieder im Austausch sind. Genau, wie macht man überhaupt diese Projekte öffentlichkeitswirksam? Was gibt es da für Wege? Man kann natürlich Mailings nutzen. Also je nachdem, wie groß die Stadt ist. Entweder lohnt sich dann doch der klassische Brief so Pressearbeit anzugehen. Also viele schreiben dann auch eine Pressemitteilung. Das wird dann aufgenommen. Das sorgt auch nochmal für Reichweite. Über die Social Media Accounts der Stadt kann man über laufende Prozesse berichten. Und genau wie Laura schon meinte, über unsere Software hat man auch ein paar Möglichkeiten. Also es gibt auch so Mailings und Newsletter-Geschichten, Benachrichtigungen und natürlich den Ergebnisreiter. Aber genau das ist natürlich ein guter, wichtiger Punkt, dass wenn so ein Projekt auch abgeschlossen ist, das natürlich dann trotzdem über die. Ergebnisse und wirklich jetzt so die Frage, was ist konkret mit meinem Beitrag passiert, weil das ist häufig das Hauptanliegen der Leute, die sich beteiligen natürlich. Man möchte so diese Selbstwirksamkeit spüren, also das Gefühl, dass auch wirklich die Politik oder Verwaltung reagiert auf meine Vorschläge oder Ideen und dass dann dazu auch gut kommuniziert wird, beispielsweise eben die Ergebnisse transparent gemacht werden. Aber man muss manchmal auch sagen, gerade so Stichwort Presse und Medien, dass natürlich es manchmal auch eher die Beteiligungs-Fails ein bisschen schneller sozusagen in die Berichterstattung schaffen. Da denkt man auch viel zum Beispiel an Boaty McBoatface aus 2016 im UK. Wo dann wirklich alle möglichen Medien darüber berichtet hatten und eben eher so konfliktreiche Beteiligungen. Aber es wäre natürlich auch schön, wenn wirklich es mehr auch sozusagen die Erfolgsstories schaffen und diese Berichte sozusagen auch mehr auftauchen. Deswegen vielleicht noch so eine kleine Ermutigung auch an die Kommunen, ein bisschen proaktiver auch so teilweise noch die Pressearbeit vielleicht anzugehen und sich auch durchaus mal zu trauen, die schönen Cases noch darzustellen und sei es nur über die eigenen Channels.
Also tue Gutes und rede darüber. Ein alter Marketingspruch. Laura, Maria, vielen Dank, dass ihr bei mir wart im e-Government-Podcast. Und euch, liebe Hörerinnen, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Danke.
Danke. Tschüss.

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