Umso besser, dass ich dann jetzt diese Möglichkeit habe.
Also zum einen haben wir eine Entwicklung bei privatwirtschaftlichen Akteuren
im Big-Tech-Sektor in den letzten 10, 15 Jahren beobachten können.
Das Ganze fällt unter den Themenbegriff Plattform-Ökonomie, wo wir gesehen haben,
beispielsweise von Amazon, Google oder auch meinem alten ehemaligen Arbeitgeber
IBM, dass sie ja früher ganz einfach Produkte verkauft haben.
Wir haben Produkte entwickelt, die dann verkauft, dann wieder neue Produkte
entwickelt, die wieder verkauft oder Updates bereitgestellt,
um daraus dann auch Geld zu generieren und den Produktzyklus dann auch aufrechtzuerhalten.
Mit der Zeit hat sich das gewandelt, dass einzelne Plattformen entstanden sind.
Die die privatwirtschaftlichen Akteure dann bedient haben.
Das haben wir im Cloud-Bereich gesehen, wo dann ein Amazon ein AWS-Geschäft
aufgezogen hat und auf dieser Plattform, das ist eine virtuelle Plattform,
wie wir uns das vorstellen können, also keine Facebook-Plattform,
in dem Sinne, wie wir das aus dem sozialen Medium-Kontext kennen,
geht es darum, digitale Bausteine, Werkzeuge bereitzustellen,
sodass die Dienste, die darauf aufgebaut sind, auch interoperabel sind und auf
den jeglichen oder auf diesen Plattformen dann auch funktionieren können.
Das beste Beispiel würde ich iOS und Android nennen, auch beides von größeren Tech-Unternehmen.
Die Applikationen, die dort entwickelt werden, die Apps, die wir aus unseren
App-Stores kennen, die beruhen alle auf ähnlichen Bausteinen,
wenn nicht sogar gleichen Bausteinen, die dann ummantelt werden mit dem fachlichen,
was die App denn tatsächlich anders machen soll.
Und dieses Konzept wurde vor 15 Jahren von Tim O'Reilly aus den Staaten quasi
auf die öffentliche Verwaltung angewandt, um zu verstehen, wie können wir als
Staat davon profitieren, wenn wir uns als Betriebssystem quasi verstehen,
also uns darauf einigen, welche digitalen Bausteine, welche Werkzeuge wir einsetzen wollen,
damit darauf auf dieser Basisschicht dann quasi digitale Dienste entstehen können.
Weil seine Kernthese war, damals Verwaltungsmodernisierung gelingt nicht durch
immer neue Fachlösungen.
Sondern durch ein gemeinsames digitales Fundament. Und dieses digitale Fundament
wird häufig in der Wissenschaft Plattformkern genannt.
Im Englischen redet man gern von Platform-Oriented Infrastructure,
um nicht die Verwechslung mit den sozialen Plattformen herzustellen.
Und dieser Plattformkern wird auch beispielsweise von der G20 oder auch von
der UN als Digital Public Infrastructure, DPI genannt.
Also dazu gab es jetzt auch in den letzten zwei, drei Jahren,
insbesondere durch die Präsidentschaft Indians in der G20-Runde sehr stark gepusht
und es gab viele Publikationen. Aber dieser Kern, dieser Plattformkern,
worauf dann alles aufbauen soll, ruht eigentlich auf drei Säulen.
Da haben wir Vertrauensdienste, Daten- und Austauschdienste und Interaktionsdienste.
Und bei den Vertrauensdiensten geht es halt darum, sich digital eindeutig und
rechtssicher ausweisen zu können.
Bei den Interaktionsdiensten geht es dann darum, dass wir digitale Verwaltung
im Alltag nutzbar machen, also Zahlungen ermöglichen, E-Payment beispielsweise,
Benachrichtigungssysteme, dass wir Nachrichten hin und her schicken können.
Und bei den Datendiensten, so wie der Name es schon verrät, geht es darum,
Daten von A nach B hin und her zu schicken.
Großartige Folge!!!
APIs, Open Source, Zentralisierung, GaaP!