Oliver Rack
Ja, ich hole mal sicherheitshalber noch mal kurz über das Thema Open Government
aus. Man kann davon ausgehen, dass vielleicht doch noch der oder der eine oder
die eine Zuhörerin das noch nicht so auf dem Schirm hat.
Es geht bei Open Government vor allem darum, dass sich halt Regierungen, Verwaltungen öffnen.
Nach verschiedenen Kriterien, vor allem Partizipation, wobei ich zunehmend eigentlich
finde, dass man das Wort Emanzipation stärker in den Vordergrund stellen könnte.
Die digitalen Strukturen des World Wide Web hat eigentlich zu emanzipatorischen Effekten geführt.
Weniger so praktisch Partizipation im klassischen Sinne, dass letztendlich eine
Entität steuert, wann eine andere Entität partizipiert, sondern es ist schon
alles ein bisschen wilder geworden und,
Zivilgesellschaft ermächtigt sich auch über die digitalen Möglichkeiten zunehmend
selbst und da haben wir eben praktisch das Thema Ko-Kreation das bedeutet, dass wir halt.
Zivilgesellschaft und Verwaltung oder überhaupt Verwaltung mit Zivilgesellschaft
oder auch anderen Sektoren auf Augenhöhe zusammenarbeitet in Themen und natürlich auch,
dass dieser Umgang oder dass es einen guten Umgang gibt, wenn eben Bürgerschaft
eigenständig Themen und Prozesse anstößt, also das Emanzipatorische,
dann haben wir eben das Thema Transparenz oder das Prinzip Transparenz, wo ich aber auch sage,
wir müssen mal weiter gucken und Und nicht nur sehen, dass es die klassische
Transparenz, also eine kulturelle Transparenz gibt, wo sich eine Entität aus
kulturellen, aus politischen Gründen einer anderen Entität öffnet.
Sondern wir haben eigentlich die Situation, dass sich mit unseren technologischen
Möglichkeiten bessere Möglichkeiten entwickelt haben, in Überkomplexitäten Signale
und Muster zu erkennen. Und das ist auch eine Art Transparenz.
Das ist jetzt eine unideologische Form von Transparenz, sondern eher eigentlich
eine Eigenschaft, die sich entwickelt hat.
Und das ist eine Transparenz, wo eigentlich alle dran teilhaben sollen.
Also durch bessere Analysemethoden, auch durch KI, lassen sich halt einfach
jetzt Muster erkennen, die vorher noch nicht erkennbar waren.
Und das sehe ich auch als einen Faktor der Transparenz. Und dann gibt es eben
noch das Thema Rechenschaft und Rechenschaftslegung.
Vor allem aber auch, wie man das macht und zwar im Sinne von Reasonable Response, wie es.
Open Government, OGP-Kontext heißt, also wenn man eben, ja,
partizipativ ist, zusammenarbeitet und es kommt zum Beispiel,
es kann irgendwas nicht erfüllt werden oder man kann einen Meilenstein nicht erfüllen,
dass man das halt möglichst nachvollziehbar begründet und genau und insgesamt
halt eben, ja, eine gute Rechenschaftskultur pflegt.
Und als viertes Prinzip eben halt digitale Infrastrukturen und Werkzeuge zu
fördern, die eben diese drei Prinzipien unterstützen und da haben wir halt eben den Link auch zu,
in meinen Augen zum Thema E-Government, weil für mich sind es digitale oder
Infrastrukturen oder digitaldemokratische Infrastrukturen.
Ich würde sogar sagen, emanzipatorische Informationsinfrastrukturen und da ist
auch der Link hin zum Thema Smart City,
weil jetzt ja quasi auf den Plattformen, wo man so die letzten Jahre gebröttelt
hat drüber, im Grunde das ja drauf setzt.
Wo letztendlich die Daten in den Erkenntnisgewinn, in die Wissensproduktion
überführt werden, nämlich die digitalen Zwillinge.
Ob das jetzt, ich denke schon die digitalen oder wir denken schon die digitalen
Zwillinge weiter als nur 3D-Modelle der Planung,
sondern eben da drin finden im Grunde auch die Dashboards statt und nicht nur
eben Daten als offene Daten aus der Administration.
Sondern durchaus auch von Daten, die von Bürgern, Bürgerinnen generiert worden sind.
Im Rahmen beispielsweise von Citizen-Science-Projekten oder mit irgendwelchen
Smart-City-Anwendungen und die dann letztendlich auch mit bei der Datenerhebung beitragen.
Und natürlich, das ist ja auch das Schöne, wo man jetzt weiter daran arbeiten
kann, mit entsprechender Qualitätssicherung. Genau.
Und wenn man jetzt mal praktisch Open Government nochmal jetzt institutionell
und global sieht, ist es ein Thema, was die OECD sehr stark pusht,
eigentlich schon immer, aber jetzt nochmal stärker.
Es sind verschiedene Strategieszenarien. Das Thema Good Governance,
Finanzstabilität und Risikomanagement bringt die OECD mit Open Government zusammen,
aber auch mit ihrer Reinforcing Democracy Initiative.
Und seit 2017 gibt es nochmal ganz klare Recommendations,
also ganz klare Empfehlungen für Open Government und derzeit ist die OECD auch
dabei mit verschiedenen Pilotländern oder Pilotjurisdiktionen,
es können auch lokale teilnehmen,
eben Open Government Strategien zu entwickeln.
Und letztlich, das ist aber nochmal so eine persönliche Sache,
ist Open Government auch zusammen mit Open Justice und Open Parliament,
wenn man das mal so als Dreigestirn sieht,
eine wesentliche Grundlage einer Open Governance.
Und zwar global. Das will heißen, es sind eigentlich die Voraussetzungen,
dass all die anderen Berichtswesen, die zunehmend jetzt kommen,
ob das jetzt Nachhaltigkeitsziele sind,
eine Berichterstattung dazu oder ob das das Thema Indikatoren für Verwaltungsinnovation
ist oder ob das OECD-Indikatoren sind für Better Life und Wellbeing,
was gerade in der Politik sehr beliebt ist,
weil es sich natürlich quasi auf das wesentliche Resultat zuspitzt,
weswegen man oder wofür man politische Entscheidungen trifft und aber auch ob
das ja Berichtswesen und Monitoringsysteme zum Thema der Menschenrechte sind und so weiter.
Die alle brauchen eigentlich letztendlich eine offene Systematik,
dass sie sich da als Leer draufsetzen können.
Und an den Flanken ist es eben so, dass hier eine öffentliche Aufsicht vollzogen
wird durch die Zivilgesellschaft zusammen auch mit dem Journalismus.
Insgesamt quasi eine neue Form oder eine modernisierte Form der vierten Gewalt,
weil eben in der Zivilgesellschaft auch sehr viele Kompetenzen,
ich will mal sagen in der Fachzivilgesellschaft sind,
die zu bestimmten Politikfeldern doch sehr viel Wissen mitbringen und dort quasi
so eine Watchdog-Funktion übernehmen.
Und und damit eben die
verbindlichkeit eben von diesen ganzen berichtswesen sicherstellen
und in meinen augen trägt es bei auch insgesamt zu der besseren multilevel governance
im mehreren mehr ebenen systemen wenn eben praktisch durch die offene systematik
auch über die ebenen hinweg besser zusammengearbeitet wird und was ich auch
noch mal ein spannendes thema finde und auch.
Weil zu deinen Zuhörerinnen auch ja doch etliche Kommunaler gehören,
ist eben, wie organisieren wir künftig letztendlich die Außenpolitik?
Ist die nur eine Bundesaußenpolitik oder kommen zunehmend auch subnationale Entitäten da mit rein?
Ob das jetzt praktisch die territoriale Diplomatie ist zwischen Kommunen mit
anderen Kommunen oder eben kommunale Entwicklungszusammenarbeit.
Und dafür braucht es halt eben so ein Regime und Open Government ist letztendlich
ein Layer, eine Grundlage davon.